Kurzkommentar Rüstungsausgaben

RuestungsausgabenIm Umfeld des NATO-Gipfels werden wir in den nächsten Tagen permanent hören, dass Europa die Rüstungsausgaben erhöhen muss. Gregor Peter Schmitz, der von der Bertelsmann-Stiftung zum Spiegel ging, schreibt z.B. „Das muss uns Frieden wert sein„. Er schafft es, „endlich“ mehr Ausgaben zu fordern, ohne eine einzige Summe zu nennen.

In 2013 waren die Ausgaben laut SIPRI in den USA 640 Milliarden Dollar (Steigerung 2001 auf 2012: 69%), China 188, Russland 88, Saudi-Arabien 67, Frankreich 61, England 58, Deutschland 49 und von den weitere Europäern sind noch Italien 33 und Türkei 19 erwähnenswert. USA und die nächst größten 5 NATO-Länder gaben also zehnmal so viel aus wie Russland. Deutschland, Frankreich und England geben gemeinsam doppelt so viel aus wie Russland. Die Rüstungsausgaben pro Kopf sind in Deutschland rund 600 Dollar; ebenso viel wie in Russland. In den USA sind es mehr als 2000 Dollar.

Wieviel, Herr Schmitz, darf es denn sein?  Sollen wir auf das 2%-Prinzip erhöhen, damit wir pro Kopf deutlich mehr ausgeben als die Russen oder fühlen Sie sich dann noch nicht sicher genug?

 

Advertisements

5 Gedanken zu “Kurzkommentar Rüstungsausgaben

  1. „Das muss uns Frieden wert sein“. Er schafft es, „endlich“ mehr Ausgaben zu fordern, ohne eine einzige Summe zu nennen.

    Dieses Zitat von Gregor Peter Schmitz halte ich für eine orwell’sche Verdrehung.

    Es geht nicht um Friedenssicherung. Es geht um den Angriffskrieg gegen Russland.

    Falls die USA und ihre europäische Kolonie Russland nicht so provozieren können, dass es in der Ukraine einmarschiert und den Irren in USA und EU angeblich einen Kriegsgrund liefert, planen USA und Co. m. E. durchaus einen Erstschlag gegen Russland. Und diesen bereiten sie durch diese Aufrüstung vor.

  2. Ob der Westen wirklich WK3 will, kann ich mir nicht so recht vorstellen. Andererseits verhalten sie sich schon so, dass sie sich diese Option offenhalten.

    Ich denk es geht hauptsächlich darum, den Einfluß der Russen in der Welt auszuschalten; sie politisch zu isolieren; militärisch sowieso.

    Russland soll sich nicht mehr störend bemerkbar machen auf die politischen Events des Westens. Wie im Irak oder in Syrien. Wenn die Grenzen Russlands dicht sind, ist auch keine materielle Unterstüzung für wen auch immer in der Welt mehr möglich, wenn der Westen dies nicht will. Daher auch das Interesse an den russischen Schwarzmeerhäfen.

    Russlands Einfluß soll sich also auf sich selbst beschränken, wenn überhaupt; und da ging die Entwicklung in den letzten Jahren in die falsche Richtung. Mit derem wirtschaftlichen Aufschwung, dem Kratzen an der Weltwährung und den Ausschluß westlichen Einflusses auf russische Rohstoffquellen kam man da an die Grenzen der friedlichen Entmachtungsstrategie. Auch ist die Ukraine so ziemlich der letzte Staat, der noch unter EU- und NATO-Einfluß zu bringen war und nun gibt es keinen Grund mehr, einen auf friedliche Zusammenarbeit mit den Russen zu machen, damit die die Füße still halten und ihren schwindenden Einfluß hinnehmen.

    Also die friedliche Eroberung des Ostens ist an seinem Endpunkt angelangt und nun bleibt es abzuwarten, ob der Westen sich damit zufriedengibt, den Russen einzusperren und Schachmatt zu halten, also sich mit „friedlichen“ Mitteln den eklusiven Einfluß auf den „Rest“ der Welt zu sichern oder ob sie sich stark und sendungsbewußt genug fühlen, die gesamte Welt mit „westlichen Werten“ zu beglücken.

    Was auch immer davon eintritt, es wird ziemlich ungemütlich.

    • Wenn die Grenzen Russlands dicht sind, ist auch keine materielle Unterstüzung für wen auch immer in der Welt mehr möglich, wenn der Westen dies nicht will.
      ———–
      Materielle Unterstützung wäre doch über China möglich, oder? Gibt es da doch eine gemeinsame Grenze.
      Und die Angloamerikaner können schließlich nicht die chinesisch/russische Grenze dichtmachen und China völlig abriegeln .

      Und warum sollten die Südamerikaner/Chinesen und Inder nicht an Russland liefern können?

      Außerdem spricht dagegen die verstärkte Zusammenarbeit der BRICS mit Gründung eines Pendants zur Weltbank und IWF.

      Ein Vorbehalt ist allerdings dass die Rolle Chinas in diesem Spiel nicht so richtig klar ist. So typisch nach chinesischer Art wird nicht wirklich Position bezogen.

      Auf jeden Fall hege ich immer stärker die Befürchtung, dass die kriegstreibenden Angloamerikaner und deren europäische Kolonie auch einen heißen Krieg beginnen werden, falls Russland sich nicht friedlich unterwirft. Und ich denke, dass wird Russland nicht tun!

      Die Angloamerikaner wollen die Rohstoffe Russlands an sich reißen und plündern.
      Und das müssen und wollen sie, weil sie sonst nicht weiter auf Kosten der restlichen Welt leben können und dann wohl endgültig pleite sind

      • >>Materielle Unterstützung wäre doch über China möglich, oder? Gibt es da doch eine gemeinsame Grenze.
        Das ist aber die nur „zweitbeste“ Variante. 😉
        Abgesehen von dem erhöhten Transportaufwand – für Staaten ist es immer unangenehm von anderen nationalen Interessen abhängig zu sein. Das macht sie erpressbar oder um das schlimme Wort zu vermeiden – es erzeugt eine schlechtere Verhandlungsposition, wenn man sich mal über was nicht einig ist.
        Sind ja immer auch Konkurrenten, das darf man nicht vergessen, selbst wenn sie Partner sind. Klar könnte der Russe versuchen „Hilfsgüter“ und Personal -für den nahen Osten beispielsweise- über China zu verschicken. Und über weitere Drittstaaten, bei denen der Einfluß des Westens kompensiert werden muss. Na und ob er das auf die Reihe bekommt…
        China hat ja auch so einige Stützpunkte und „westliche Einflußsphäre“ um sich rum und die Amerikaner machen eher den Eindruck als ob sie das in Zukunft verstärken wollen.

        >>Und warum sollten die Südamerikaner/Chinesen und Inder nicht an Russland liefern können?
        Das ist die spannende Frage, ob sich der Westen überlegt, solche Beziehungen zu untergraben – natürlich wo er kann. Vielleicht passiert da auch gar nichts, man kann halt nicht in die Zukunft schauen. Aber das Motiv ist durchaus vorhanden, man macht ja keine Wirtschaftssanktionen, damit andere das große Geschäft machen und die unterlaufen. Der diplomatischen Fantasie bezüglich Zuckerbrot und Peitsche sind keine Grenzen gesetzt. Ja vielleicht braucht der eine oder andere Staat mal wieder westliche Hilfe oder hat sich durch Verschuldung oder anderswie erpressbar gemacht. Für so ausgemacht halte ich das nicht, dass der Westen da ohnmächtig zusehen muß.
        Natürlich hast Du recht, mit BRICs versuchen sie sich von derartigen Abhängigkeiten zu lösen. Inwieweit das was bringt, wird die Zukunft zeigen, das wird auf jeden Fall nochmal ein interessantes Thema.

        Im Großen und Ganzen teile ich Deine Befürchtungen bzgl. Kriegsgefahr & Kontrolle von Rohstoffquellen. Mal sehen, welchen Preis Europa und die USA für die weltweite Freiheit bereit sind zu zahlen…

        • Mal sehen, welchen Preis Europa und die USA für die weltweite Freiheit bereit sind zu zahlen…
          ———–
          Würde ich bitte gern umformulieren:

          Mal sehen welchen Preis die angloamerikanischen Staatenhalter in Europa und die Angloamerikanischen Irren in Washington und London bereit sind von ihren Völkern zahlen zu lassen.
          Die kriegstreibenden Verursacher werden schon dafür sorgen, dass ihnen selbst nichts passieren wird.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s