Kurzkommentar: NATO und die Stimmen der Vernunft

Im Säbelrasseln der NATO drohen ein paar Stimmen der Vernunft unterzugehen. Einige will ich benennen:

1) Der ehemalige NATO-General Harald Kujat sagt in einem Interview mit der Deutschen Welle („NATO versagt auf eklatante Weise„) Sätze wie „es geht darum, die Zusammenarbeit zwischen der NATO und Russland zu verbessern, bereit zu sein, Konflikte und Krisen zu lösen. Da ist das gesamte Instrumentarium, das zur Verfügung steht, eigentlich einmalig nach dem Kalten Krieg. Es wäre schade, wenn man das kaputtmachen würde.

2) EU-Parlamentspräsident Martin „Schulz mahnt vor Nato-Gipfel zur Zurückhaltung„: „Eine weitere Eskalation müsse vermieden werden. Der Gesprächsfaden mit Russland darf gerade in Krisenzeiten nicht reißen. Was wir jetzt brauchen, ist kein Säbelrasseln, sondern beharrliche Diplomatie„.

3) Endlich meldet sich auch Jakob Augstein im Spiegel noch einmal zu Wort unter dem Titel „Rückkehr in den Kalten Krieg: Denn sie wissen nicht, was sie tun„. Er schreibt: „Heute beginnt das Nato-Treffen in Wales. Man wird sich an diesen Tag erinnern. Er besiegelt den Neubeginn des Kalten Krieges. Ab jetzt regiert wieder die irre Logik der Militärs … (Obama) ist nach Tallinn geflogen und hat dort eine Rede gehalten, die aus dem örtlichen Konzerthaus eine Ruhmeshalle des Kalten Krieges machte.

4) Die „Veteran Intelligence Professionals for Sanity„, eine Gruppe früherer US-Geheimdienstler, hat Angela Merkel anlässlich des NATO-Gipfels einen offenen Brief geschrieben. Darin heißt es, „dass Anschuldigungen hinsichtlich einer großangelegten russischen Invasion in der Ukraine offenbar nachrichtendienstlich nicht zuverlässig gesichert sind. Vielmehr scheint die „Intelligence“ von derselben politisch festgelegten Art zu sein, mit der vor 12 Jahren der Angriff auf den Irak „gerechtfertigt“ wurde. Wir sahen damals keine glaubwürdigen Beweise für Massenvernichtungswaffen; wir sehen jetzt keine glaubwürdigen Beweise für eine russische Invasion.

 

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Ein Gedanke zu “Kurzkommentar: NATO und die Stimmen der Vernunft

  1. Die Stimmen der Vernunft werden immer seltener und schlimmer noch, sie erhalten nicht das Gehör, was sie benötigen würden. Daneben werden auch objektive Berichte die einfach nur die Auswirkungen oder die Faktenlage beschreiben immer spärlicher, alles erhält einen parteiischen Unterton.

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