Ukraine: Russische Stealth-Panzer größte Bedrohung für den Frieden

roteflut smallDer Flughafen von Luhansk wurde, wie zahlreiche Medien berichteten, das Opfer eines massiven russischen Panzerangriffs. Dutzenden von Panzern und Hunderten von Soldaten gelang es, völlig unbeobachtet von NATO-Satelliten, OSZE-Beobachtern, Reportern und Anwohnern tief in die Ukraine vorzudringen.

Erklärbar ist dies nur durch neueste Erfolge der dramatischen russischen Aufrüstung und Durchbrüchen im Bereich der Stealth-Technologie für Panzer. Zwar gibt Russland nur ein Zehntel dessen für Rüstung aus, was die USA und die fünf größten weiteren NATO-Länder in Waffentechnik investieren, dennoch ist es offenbar Putin gelungen, die Welt mit unsichtbaren Panzern in Angst und Schrecken zu versetzen. Nun ist es an der Zeit, in gerechtem Zorn zurückzuschlagen !

 

Opfer

Auch westliche Medien sind hilflose Opfer dieser neuen Technologie: So musste der WDR fünf Jahre altes Bildmaterial verwenden, um seinen Lesern die Dramatik der Situation vor Augen zu führen. Auf Nachfrage bestätigte der Staatsfunk, dass durch die hinterlistige Taktik des verlogenen russischen imperalistisch-neosowjetischen Weltbedrohers Putin nun anständige Medien gezwungen werden, Belege für Tatsachen zu erfinden: „Vor diesem Hintergrund für jede Aussage Nachweise zu fordern, ist einfach nur noch zynisch: Dies können ernsthaft nur noch von Russland bezahlte Putin-Trolle verlangen. Über dieses Stadium sind wir längst hinaus.

Wir sind uns einig, dass Russland die Ukraine mit offiziellen Truppen überfällt“ erklärten uns die Repräsentanten von Spiegel, Süddeutscher, FAZ, Zeit, Bild, ukrainischer Regierung, NATO und den um ihre Frackingrechte fürchtenden Konzerne Shell und Burisma ohne das wir nachgefragt hätten. Die Arglist der Russen mache es aber leider unmöglich, dies durch Bilder des Geschehens auch zu dokumentieren. „Unter diesen Umständen können wir nicht mehr tun als die Bevölkerung durch permanente Wiederholung unser Meinung zu überzeugen. Mit den Ergebnissen sind wir im übrigen hoch zufrieden und vermuten, dass zum Zeitpunkt des NATO-Gipfels Millionen besorgter Europäer um weitere Aufrüstung betteln werden.

Die Rundfunk- und Fernsehräte bestätigen: „Indem wir die Meldungen der NATO und der ukrainischen Regierung unverfälscht und unhinterfragt übernehmen, stellen wir sicher, rasch, authentisch und unabhängig (von der jeweiligen Faktenlage) berichten zu können. Wenn diese Quellen keine Beweise vorlegen, sind uns leider auch die Hände gebunden – aber die meisten Leute glauben es ja auch so und wir haben schließlich einen Informations- und Bildungsauftrag zu erfüllen.

Beweise

Gerade die Abwesenheit von Belegen sei es aber, welche die Sorge besonders hoch treibt. Die NATO bestätigt, dass ihre neue Eingreiftruppe genau deshalb notwendig sei, um den sonst spurlos verschwindenden Russen sofort das Handwerk zu legen. Den NATO-eigenen Satelliten und Awacs-Systemen seien im übrigen durchaus brilliant scharfe Schnappschüsse der russischen Kampfverbände gelungen. Aus bisher nicht geklärten Gründen wären diese Bilder aber wieder von ihren Computern verschwunden: Man vermutet, dass eine russische Hackerbande am Werk sei.

Das Anwohner der Regionen, in denen sich die russischen Truppen bewegen, keine Fotos oder Handyvideos beisteuern können, sei durch nackte Angst vor den blutrünstigen Kosaken zu erklären, wie der polnische Präsident weiß. „Dafür müsse man Verständnis haben„, hört man auch aus einem von der NATO völlig unabhängigen Think Tank: „Schließlich hat sich auch OSZE und CNN dermaßen von Russland einschüchtern lassen, dass auch diese es nicht wagen, über ihre russischen Truppensichtungen zu berichten„. Klar ist nun auch, warum die LKWs des russischen Hilfskonvois halb leer waren: „Nun ist es offensichtlich“, meinen Grenztruppen der Ukrainer: „Die waren randvoll mit unsichtbaren Waffen„.

Poroschenko ergänzte, dass seine Truppen selbstverständlich vor wenigen Tagen einen russischen Militärkonvoi zerstört hätten. Als aber Beweisfotos von den Überresten erstellt werden sollten, hätten sich die Trümmer noch vor ihren Augen entmaterialisiert. „Dieser Technologie stehen wir völlig hilflos gegenüber. Ohne sofortige Unterstützung durch NATO-Truppen werden wir dieser Bedrohung nicht beikommen“ meinte ein verzweifelter Neonazi von Batallion Asow (während der Kameramann der ARD noch überlegt, ob er eigentlich in den Knast kommt, wenn er das in Deutschland verbotene Wolfsangel-Symbol dieser ukrainischen Truppe im deutschen Staatsfernsehen zeigt).

Überfall

Selbstverständlich will Putin Europa überfallen“ empört sich ein Vertreter des Spiegels, als er kritischen Kommentaren in den Foren-Bereichen nur noch durch deren Sperrung Herr werden kann: „Ich habe es doch in der Zeitung gelesen !“  und verweist auf eindeutige Photoshop-Bildbeweise in der Bild und im selbstverfassten Artikel: „Putin mag Tarnpanzer haben, aber wir können dank modernster Hirnforschungsresultate seine Gedanken lesen!„.

Es gab auch jemanden der gehört hat, wie jemand anderes meinte, dass Putin gesagt haben soll, er könne Kiew mühelos in zwei Wochen einnehmen (Update: Siehe unten): Diese konkrete Gewaltandrohung können wir nicht ignorieren ! Binnen Minuten waren sich alle führenden Qualitätsmedien über diese bestens belegte „maßlose Drohung“ Putins einig. Die Zeit des Wartens muss nun ein Ende haben: Könnt Ihr den NATO-Gipfel nicht ein paar Tage vorverlegen oder wenigstens schon mal noch mehr Truppen nach Polen verlegen?

Neurussland

Das Schreckgespenst lautet Neurussland. Die Bild-Zeitung weiß: „Es steht für Eroberung. Es steht für Landgewinn. Es steht für Krieg. Novorossia, das gefährlichste Wort unserer Zeit!“ Zittert und sucht Euren Schutz unter dem Raketenschutzschild der NATO! Die investigative Speerspitze des deutschen Journalismus, der Spiegel, weiß, dass Neurussland ein „Protektorat Moskaus“ sein soll, in dem „moskautreue Vasallen“ das Zarenzepter schwingen werden.

Wir verwiesen leise auf die Aussage von Dmitri Peskow, Sprecher des russischen Präsidenten, dass „Noworossija im Bestand der Ukraine verbleiben müsse und seinen Status die Kiewer Behörden bestimmen müssen„. Zur Zeit versuchen wir noch die intellektuelle Tiefe auszuloten, die sich in den Kommentaren der deutschen Medien zu dieser Aussage offenbart: Es scheint sich um eine Art zen-buddhistisches Schweige-Meditationsgelübde zu handeln.

Welche Struktur Neurussland nach den Vorstellungen Putins haben soll, entscheidet nicht Putin, sondern gefälligst immer noch Golineh Atai (ARD), Cathrin Kahlweit (Süddeutsche) und Christian Neef (Spiegel) in gemütlicher Skatrunde. Wo kämen wir denn sonst hin: Glaubt Ihr, wir machen den ganzen Medienzirkus hier zum Spaß?“ stellt die Redaktion des sonntäglichen Presseclubs fest.

Russische Propaganda

Das muss man sich mal vorstellen„, ereifert sich ein Sprecher des ZDFs: Putin hofft auf einen „Triumph des gesunden Menschenverstands„, er meint, er habe ein „Recht auf Antworten auf unsere Sanktionen„. Er will einen zweiten Hilfskonvoi schicken und lässt sogar 60000 Kinder der 820000 nach Russland Geflüchteten zur Schule gehen. Kiew solle sogar mit der Bombardierung der ukrainischen Städte aufhören, regt Lawrow an. „Mit einem derart blutrünstigem Monster kann man keine Verhandlungslösung mehr finden: Das muss jetzt wirklich auch dem Letzten klar sein.“ 

„Lawrow will sogar die MH17-Katastrophe jetzt noch aufgeklärt wissen: Der Mann muss wahnsinnig sein, das Thema hat seine Schuldigkeit getan und ist durch … ausserdem muss dieser Blog sofort verboten werden mit seinen Links auf Ria Novosti Feindsender“ ergänzt er konsequent. „Mit dem Zweiten sieht man besser und völlig ausreichend, vor allem, wenn man alle anderen Augen und Ohren fest verschliesst“ und geht zur Berichterstattung über Mariupol über, wo die Bevölkerung sich genau wie Anfang Mai über die ukrainischen Truppen freut, wie damals in Videos und Videos und Videos leicht zu sehen war.

Landbrücke zur Krim

Außenminister Steinmeier weiß, dass Russland massive Versorgungsprobleme mit der Krim hat und daher eine Landbrücke im Osten der Ukraine über Mariupol braucht. „Die Versorgungsprobleme der Bevölkerung in Donezk und Luhansk sind Peanuts im Vergleich zur humanitären Katastrophe auf der Krim unter russischer Herrschaft“ führt er aus.

Es ist für die Russen zwingend erforderlich, die Versorgung mit LKWs zu sichern, die 400km an der Küste bis zur Krim entlangtuckern.“ Die Idee, dass die Krim über die rund 4 Kilometer breite Meerenge von Kertsch von der Halbinsel Taman aus versorgt werden könnte, bezeichnet er brüsk als „Absurd!“: „Das wäre ja so, als wenn die auf Google-Maps direkt gegenüberliegenden Industriehäfen mit ausgezeichneter Eisenbahnanbindung tatsächlich existieren würden und die Russen längst einen anderen Plan hätten, nämlich bis 2018 dort eine Brücke zu errichten oder als ob es dort jemals nennenswerten Fährverkehr gegeben hätte. Absurd, völlig absurd !

Bundesfriedenspräsident Gauck

Das letzte Wort gebührt natürlich Bundespräsident Gauck, der anlässlich der Gedenkfeier zum Überfall Deutschlands auf Polen meint, die Partnerschaft mit Russland sei nun vorbei: „Es muss endgültig Schluss sein mit dem Mythos, meine Regierungshauptstadt Berlin sei im zweiten Weltkrieg von den Russen befreit worden. Ebenfalls muss Schluss sein mit der Behauptung, Russland hätte die meisten Toten im zweiten Weltkrieg erlitten: Seit wann ist denn bitte schön 20 Millionen mehr als 6 Millionen?“

(Anmerkung der Red.: Der Präsident hat Recht – es waren praktisch alle sowjetischen Opfer Bewohner der heutigen Ukraine und müssen daher aus der Bilanz herausgerechnet werden).

„Das der Angriff der Nazis zu Beginn des Krieges von See aus erfolgte, macht mich zum Experten in dieser Sache, schließlich hat mein Vater an der Marine-Kriegsschule Flensburg junge Offiziere in Gesetzeskunde ausgebildet. Und bevor dies jemand falsch versteht: Er war natürlich kein überzeugter Nazi, schließlich sind meine Eltern erst 1932 und 1934 Mitglied der NSDAP geworden.

Für mich, für uns, für alle Nachgeborenen in Deutschland, erwächst aus der Schuld von gestern eine besondere Verantwortung für heute und morgen“ und dies ist ein echtes Zitat des drohenden Präsidenten. Und diese Verantwortung Herr Gauck nehme ich hiermit als kleines Licht im Spiel der Meinungen wahr: Jeder ethisch-moralisch denkende Deutsche hat Verantwortung für den Frieden am heutigen Tag wahrzunehmen, an dem Sie an historischer Stelle verantwortungslos drohen und spalten, statt Gemeinsamkeit und Verhandlungslösungen anzustreben.

 


Inzwischen gibt es Neuigkeiten zur Aussage Putins „kann Kiew in zwei Wochen nehmen“. Ria Novosti schreibt dazu, die Aussage sei gefallen, jedoch aus dem Zusammenhang gerissen und hätte einen ganz anderen Sinn gehabt. Welche Bedeutung die Aussage hatte, wird leider verschwiegen (Update 3.9.: Nun wird vom Kreml angekündigt, das komplette Telefonat zu veröffentlichen: Das verspricht interessant zu werden).

Repubblica hatte ursprünglich über den Vorgang berichtet. Demnach sei es an diesem Abend auf dem EU-Gipfel hoch her gegangen: Die litauische Präsidentin hätte wiederholt, Russland sei schon im Krieg mit Europa und schärfere Sanktionen seien als Reaktion auf Poroschenkos Darstellungen gefordert worden. Selbst Merkel hätte überreagiert  und schärfere Sanktionen mit der Bedrohtheit Litauens und Estlands begründet (kaum vorstellbar, aber da steht „E la Merkel – solitamente lucida e ponderata nei rapporti con la Russia – arriva anche all’iperbole affermando che dopo l’Ucraina potrebbe toccare a Lettonia ed Estonia. Bisogna reagire con nuove sanzioni.„)

Cameron hätte die Situation mit Monaco 1938 verglichen, also die Krim mit dem Sudetenland und Putin mit Hitler, was sicherlich deeskalierend wirkte. In diesem Rahmen hätte es das Telefonat Barrosos mit Putin gegeben, der auf die Sanktionsankündigung mit der Warnung reagierte, ihn nicht weiter zu provozieren: Dabei sei der Spruch gefallen, er könne Kiew in zwei Wochen einnehmen. Ob das alles wirklich so war, wissen nur die Beteiligten mit Sicherheit.

Mit anderen Worten: Unser Schicksal ist in den guten Händen durchgeknallter Egozentriker besonnener Politiker auf allen Seiten.

 

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9 Gedanken zu “Ukraine: Russische Stealth-Panzer größte Bedrohung für den Frieden

  1. Danke für die Blumen. Leider ist mir bei der Lektüre der heutigen Nachrichten das Lachen im Halse stecken geblieben. Außer mit Satire weiß ich dem nicht mehr zu begegnen … und das wird sich bis zum NATO-Gipfel noch steigern …

  2. Ich möchte mich auch für diesen Beitrag bedanken und überhaupt für die sehr guten Artikel. Wenn man die Hetzpropaganda der gleichgeschalteten „Qualitätsmedien“ verfolgt, kann einem das Lachen wirklich im Halse steckenbleiben. Zwar fallen immer weniger Menschen darauf herein, aber insgesamt sind es noch viel zu viele. Die meisten Leute sind zu träge, sich selbständig auf Informationssuche zu begeben, weil sie ja auch gar keinen Anlaß dafür sehen. Deshalb sind die altbekannten Propagandamethoden (z.B. ständiges Wiederholen von Lügen) leider immer noch wirkungsvoll.

    • Die NATO-Meinungsbildner sitzen leider am längeren Hebel. Ich hab da wenig Hoffnung, dass die Macht und Willkür dieses Bündnisses irgendwann durch die Unwilligkeit ihrer aufgeklärten Völker beschränkt wird. Schaun wir mal wieviele Leute es in 5 Jahren noch gibt, denen auffällt, dass ihre Meinung professionell gebildet wird, denen Ungereimtheiten auffallen oder auch nur sowas Offensichtliches, wie Verhetzung anhand der Wortwahl aufstößt.

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