Kritische Presseschau zur Ukraine: Ein Update

Zweimal präsentierte ich hier eine kleine Presseschau zur Ukraine: Einmal kritische Reaktionen auf den Spiegel der letzten Woche und einmal eine Übersicht zu Reaktionen in der Wirtschaftspresse. Hier ist ein kleines unvollständiges Update mit Links, welche ein Gegengewicht zur Berichterstattung in den Hauptmedien bieten sowie Links auf einige weitere Entgleisungen.

Wie unter anderem die Neopresse berichtet, rief der von Kiew gesteuerte Sender Hromadske TV, der durch die USA und die Niederlande mitfinanziert wird, zum Mord an 1,5 Millionen Ost-Ukrainern auf. Ich hoffe, dies ist nur die Einzelstimme eines durchgeknallten Journalisten: Aber warum gibt man ihm Sendezeit? Weitere Artikel bei Neopresse beziehen sich z.B. auf NATO-Manöver, Waffenlieferungen der EU oder zerlegen den letzten Presseclub der ARD.

Auf MMNews erschienen ebenfalls weitere kritische Artikel zur Frage, wo Fakten zum MH-17 Absturz bleiben, z.B. Black-Box-Auswertungen, und beklagt ein „Kartell des Schweigens„. Dies beklagt auch die Propagandaschau und spricht von „Dröhnendem Schweigen„. Aktuell geht es bei MMNews um mögliche Massen-Abokündigungen beim Spiegel.

Wolfgang Lieb titelt auf den Nachdenkseiten „Nie wieder Krieg in Europa – aber gegen Russland oder sonst wo auf der Welt soll man schon über Militäreinsätze nachdenken„. Er kritisiert darin die Unfähigkeit unseres Bundespräsidenten, die Worte, die er anlässlich des 100. Jahrestags des Beginns des ersten Weltkriegs spricht, auf die Gegenwart anzuwenden.

Telepolis aus dem Heise-Verlag ist in diesen Tagen ein empfehlenswertes Nachrichtenmedium. Hier wird ebenfalls von Gauck ausgegangen und dann diejenigen kritisiert, welche schon einen NATO-Bündnisfall gegen Russland herbeireden. Auch hier werden die aktuellen NATO-Manöver angesprochen, aber auch das russische Großmanöver. Das NATO-Generalsekretär Rasmussen die Ukraine instrumentalisiert, ist Startpunkt eines Artikels, in dem es auch um NATO-Historie in Europa und dem Stand der Kampfhandlungen in der Ukraine geht.

Und der Spiegel? Dort hat z.B. Wolfgang Münchau wieder einen Kommentar – aus wie er meint wirtschaftspolitischer Sicht – in seiner Kolumne geschrieben. Dabei setzt er seine Kriegsterminologie fort: Beim letzten Mal sprach er von „Atombomben des Finanzkriegs„. Jetzt zitiert er Clausewitz und schreibt „Vom Finanz-Kriege„.

Noch ein Blick auf die Wirtschaftspresse, wobei ich drei Artikel aus der Wirtschaftswoche herausheben möchte. Zum einen wird dort kurz die Kritik Russland an den „klammheimlich“ geänderten Ukraine-Waffenlieferrichtlinien der EU beschrieben („Bei der EU in Brüssel war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen„). Kritisch ist auch der Artikel „Kiew zerschiesst Einheit der Ukraine„, kann sich aber Schlußbemerkungen über „marodierende Rebellen“ und „geistig limitierte Separatisten“ nicht verkneifen: Das ist eben Qualitätsjournalismus (oder ich habe verpasst, dass es bei den Regierungsmitglieder der rechtsextremen Swoboda-Partei mehrere Nobelpreisträger gibt).

Das ich einen Artikel von Bettina Röhl positiv herausheben würde, ist auch für mich eine neue Erfahrung: „Ist Putin der moralische Blitzableiter des Westens?“ lautet ihr Artikel und endet mit den Worten „Auch wenn die öffentliche Meinung auf Putin-Konflikt gebürstet ist, dies ist keine gekonnte und auch keine moralische Politik„.

Der Focus titelt in ihrem Newsticker zu den Manövern in Russland „Russische Armee marschiert an Ukraine-Grenze auf“ und die Zeit stellt schon fest, dass die russischen Truppen „gefechtsbereit“ an der Grenze zur Ukraine stehen: Es lebe die Panikmache. In einem unsäglichen Artikel fordert die FAZ „Stärke zeigen„. Der Stern stellt zu den Wirtschaftssanktionen fest, „dass die Geschichte der Wirtschaftssanktionen vor allem eines ist: eine Geschichte von Misserfolgen … Eines aber ist klar: Die Menschen leiden darunter am meisten. Immer.

Etwas länger (rund 18 Minuten) aber in der aktuellen Situation absolut sehenswert ist ein Interview mit Gabriele Krone-Schmalz, welches schon ein paar Monate alt ist. Sie ist unbestritten eine Expertin für Osteuropa und die deutschen Medien, deren Berichterstattung sie in diesem Interview scharf verurteilt.

Und wenn wir schon bei Videos sind: Diese beiden aus der ZDF-Satiresendung „Die Anstalt“ sind definitiv sehenswert und beweisen, dass auch im ZDF kritische Stimmen Platz finden können: USA finanzierten Maidan und der Iwanometer-Test (mit sehr interessanten letzten Sätzen).

Das dennoch unter rechtlichen Druck die brilliante Darstellung der Verflechtung deutscher Leitmedien mit USA und NATO nahestehenden Lobbygruppen aus der Mediathek gelöscht werden musste, ist bemerkenswert. Ein wichtiger Grund dafür war, dass Zeit-Herausgeber Joffe eine einstweilige Verfügung erwirkte mit dem Argument, er sei nicht Mitglied in allen Organisationen, welche „Die Anstalt“ mit ihm verband.

Dies bezieht sich auf den „German Marshall Fund of the United States„: Es ist korrekt, dort gibt es nämlich gar keine Mitglieder, aber er ist dort „Participant“. Uthoff nannte dies „Korinthenkackerei“ und hat damit Recht – aber es reicht für einen Gerichtsbeschluss.

 

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