Die Ukraine und der Spiegel: Eine Presseschau

Das Titelbild des aktuellen Spiegels mit Bildern der Opfer des Flugzeugabsturz in der Ukraine und dem Slogan „Stoppt Putin jetzt !“ hat eine Menge Bewegung in der Online-Medienlandschaft erzeugt. Hier ist eine unvollständige Liste interessanter Artikel. Wer mehr kennt: Bitte melden !

Der Spiegel wehrt sich scharf gegen „organisiert auftretende, anonyme User, die schon seit Monaten jegliche Kritik an Russland mit einer Flut an Wortmeldungen in den Foren vieler Online-Medien kontern“ und fragt „Wer ist der Kriegstreiber?„.

Steffen Niggemeier (Ex-Süddeutsche, FAZ, Spiegel und Bild-Watchblog) schreibt „Wie der Spiegel mit dem Vorwurf der Kriegshetze umgeht„. Seine wichtigste Schlußfolgerung zur Verteidigung des Spiegels lautet: „Es ist ein völliger argumentativer Bankrott„. Die Haltung der Spiegel-Redaktion fasst er zusammen mit den Worten: „Aber der Spiegel diskutiert und argumentiert nicht. Er lädt nicht zum Gespräch oder zum Streit ein. Er sagt: Lest unseren Leitartikel und haltet die Klappe.“ Aktuell stellt er fest, dass der Spiegel bei der Beschreibung der Umfrage, nach der 52 Prozent der Deutschen für härtere Sanktionen gegen Russland sind, wohl ein wenig die Wahrheit gedehnt hat.

Auf den Nachdenkseiten erschien „Getroffene Hunde bellen – wie der Spiegel auf Kritik reagiert“ von Jens Berger (Auto des Spiegelfechter-Blogs), nachdem Wolfgang Lieb mit „Der Spiegel, die Bild-Zeitung für Möchtegern-Intellektuelle“ vorgelegt hatte.

Telepolis fleht die Augsteins an „Franziska, Jakob, bitte macht was!“ und meint, der Spiegel stehe „vor einem tiefen Abgrund“. Der Heise-Verlag gehörte zu den ersten, welche den Umgang des Spiegels mit kritischen Leserkommentaren im Artikel „Spiegel schließt Russland-Forum nach drei Stunden“ kritisierte.

MEEDIA meint, es gäbe bereits eine „Revolte gegen Chefredakteur Büchner“ wegen einer fortschreitenden „Boulevardisierung des Spiegels“ und kommentiert „Spiegel rechtfertigt sich nach massiver Kritik für Stoppt Putin-Cover„.

Die Neopresse kommentiert den Spiegelartikel ebenfalls und schreibt „Der scheinheilige Versuch der Medien die Shitstorms in den Foren und den sozialen Netzwerken als das Ergebnis organisierter Auftragsschreiber abzutun ist allerdings eine grobfahrlässige Missachtung der Gefühlslage in der Bevölkerung einerseits und eine masslos übertriebene Simplifizierung andererseits.

Michael Mross von MMNews, der ja eigentlich Wirtschafts- und Börsenjournalist ist, schreibt schon seit Tagen gegen den Spiegel. Nach seinen Artikeln „Stoppt Spiegel jetzt“ und „Der Spiegel geht über Leichen“ heißt es jetzt aktuell „Spiegel kontert Kritik: Feigheit vor dem Feind„.

Nicht fehlen darf in der Übersicht die Propagandaschau. Die Wortwahl in den Artikeln auf dieser Seite gefällt mir zwar nicht immer, aber seit Beginn der Ukrainekrise erschienen dort sehr viele nützliche Sachinformationen und Links, die sonst nur wenig Beachtung finden. Natürlich wurde auch das Titelbild des Spiegels dort thematisiert. „Kriegshetze im Stil des Stürmers“ ist allerdings ein Beispiel für eine Wortwahl, die ich nicht für gut halte: NS-Vergleiche sollte man generell meiden.

In der politisch links orientierten Junge Welt (Ex-FDJ Zentralorgan zu DDR-Zeiten) stellt Claudia Wangerin („Die DDR und ihre Töchter„) fest „Vorverurteilung ist in“ und kommt zu dem Schluss „Qualitätsmedien im Sinkflug“. Getoppt wird dies noch weiter links bei „scharf links“ und der Forderung „Stoppt alle jetzt!“ – mehr geht wohl nicht.

Das ich einmal eine Meinung mit Autoren des Kopp-Verlags teilen werde, habe ich mir auch nicht träumen lassen. Heute ist es so weit: „Aufstand gegen den Spiegel“ wird dort von Gerhard Wisnewski getitelt, der ansonsten mit wüsten Verschwörungstheorien (Mondlandung fand nicht statt etc.) auffällt.

Der Postillon hatte bereits vorher geätzt „Opfer im Nahostkonflikt hoffen auf Spiegel-Cover, das ihnen endlich sagt, wer Schuld hat„.

Der Fairness halber sei aber auch erwähnt, dass der Spiegel ein kritisches Interview mit dem Militärexperten Reed Foster brachte, der mit Blick auf die Satellitenbilder der Amerikaner meint „US-Satellitenbilder zur Ukraine: Man muss skeptisch sein„.

Das ist aber alles nur Streit um Worte und Bilder: Die Realität spielt sich auf dem Boden der Ukraine ab, wo die Militäroffensive der Regierung in Kiew mit großen Opfern auch in der Zivilbevölkerung voranschreitet.

 

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6 Gedanken zu “Die Ukraine und der Spiegel: Eine Presseschau

  1. Pingback: News 01.08. 2014 |

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  4. Wer auch nur eines dieser dreckigen Fäkalblätter kauft macht sich schon der Kriegshetze schuldig.Boykott diesen Kriegstreibern Spon,Locus, ARD und ZDF dazu noch die allseits bekannte BLÖD-Zeitung,Süddeutsche u.u.

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