Al-Andaluse

Hier ist nun der zweite Betrag, welcher durch den Artikel in der Zeit angeregt wurde, den ich hier erwähnte. In diesem möchte ich die Zeit beleuchten, in welcher die islamische Religion in Spanien vorherrschte, ohne sie romantisch zu idealisieren oder islamophob zu verteufeln. Diese Geschichte beginnt im Jahr 711, als muslimische Araber und Berber fast ganz Spanien eroberten. Sie nannten das Land Al-Andaluse; eine Region, die weitaus größer war als das Gebiet, welches man noch heute Andalusien nennt. Dieses muslimisch geprägte Reich existierte ab 711 fast acht Jahrhunderte lang und war in dieser Zeit höher entwickelt als jede andere Kultur Europas. Sein Einfluß auf unsere heutige Wissenschaft und Kultur ist größer als den meisten Europäern bewußt ist. Aber so beeindruckend diese Zeit auch war, sie war nicht das tolerante Paradies auf Erden, zu denen es heute gelegentlich verklärt wird.

Die Expansion des Islam

Der islamisch Religionsstifter Mohammed starb 632. Zu diesem Zeitpunkt war seine Religion nur auf der arabischen Halbinsel verbreitet, auf der heute Saudi-Arabien der größte Staat ist. In den nachfolgenden Jahrzehnten erlebte diese Religion eine beispiellose Expansion in kürzester Zeit. Innerhalb von rund 30 Jahren wurde der östliche Teil Nordafrikas im heutigen Ägypten und Lybien konvertiert und es dauerte nur weitere 30 Jahre, bis auch der Westen Nordafrikas muslimisch wurde.

Flächenmäßig expandierte der Islam gleichzeitig auch in nördlicher und östlicher Richtung. Die Verbreitung des Islam nach Europa wurde dort von Byzanz gestoppt, das unter massiven Druck geriet und wo Konstantinopel die Belagerungen ab 674 bis 678 und später ab 717 nur mühsam überstehen konnte.

Die Expansion über Nordafrika erreichte jedoch Europa. Im Jahr 711 überquerten muslimische Truppen die Meerenge von Gibraltar und besiegten die christlichen Westgoten in der Schlacht am Rio Guadalete. Die Muslime brachten dem zahlenmäßig überlegenen westgotischen Heer eine vernichtende Niederlage bei, in der auch der frisch gewählte König Roderich getötet wurde.

Der Verstoß der Muslime nach Norden ging rasch voran. Bereits 725 war der größte Teil der iberischen Halbinsel erobert, die Pyrenäen überschritten und die muslimischen Truppen standen nun den Franken gegenüber. Dort wurden sie in einer Serie von Schlachten gestoppt, deren bekannteste die von Tours und Poitiers im Jahre 732 war. Die fränkischen Truppen wurden von Karl Martell geführt, der dies geschickt politisch nutzte und sich als Retter des Abendlandes feiern ließ: In Wahrheit dürfte es sich um ein kleineres Gefecht gehandelt haben.

Die Moslems nannten die eroberten Gebiete des heutigen Spanien „Al-Andaluse„, wovon der heutige Name des wesentlich kleineren Gebiets Andalusien noch zeugt. Relativ rasch kam es zum internen Zwist zwischen Arabern und Berbern. Der aus Damaskus flüchtende Abd ar-Rahman, der eine arabische Mutter und einen Berber als Vater hatte, vereinte das Volk und erhob sich zum ersten Emir von Cordoba, wodurch Al-Andaluse gegenüber dem Rest der muslimischen Welt eine gewisse Unabhängigkeit erreichte.

Ein Kalifat in Spanien

Er war es, der die Wurzel für die Blütezeit des Islams in Spanien legte und das Kalifat von Cordoba begründete. Die Pracht, die Toleranz und die Wissensfreundlichkeit sind legendär. Vieles wird auf mittelalterlichen Übertreibungen beruhen, aber die hinterlassenen Bauten sprechen auch heute noch für sich: Cordoba, Sevilla und die anderen Städte von Al-Andaluse waren ein Licht im dunklen Mittelalter und dies nicht nur im übertragenen Sinne: Es gab beleuchtete Straßen, im Palast wurden Gäste Speisen gereicht, die mit Eis der Pyrenäen gekühlt wurden, es gab rund 50 Hospitäler, hunderte öffentliche Bäder und Bibliotheken. Römische Äquadukt-Technik wurde mit modernen Schöpfrädern und hydraulischen Techniken verknüpft, um Landwirtschaft und eine hoch entwickelte Gartenkultur zu ermöglichen.

Besonders wichtig war jedoch die Einrichtung riesiger Bibliotheken. Man schätzt, dass die Bibliothek von Cordoba im Jahre 1000 rund 350.000 Bücher umfasste. Die gigantische um 400 zerstörte Bibliothek von Alexandria war nur etwa halb so groß.

Wie wichtig die Bibliotheken des maurischen Spaniens für die europäische Geschichte waren, zeigt gut die folgende Abbildung, in welcher die Größe von Bibliotheken über die Jahrhunderte abgetragen ist:

Photo credit: Wikipedia (Released under the GNU Free Documentation License)

Zu erkennen sind verschiedene Phasen:

  • Bis in das Jahr 400 sieht man zahlreiche Bibliotheken des antiken Griechenlands und Roms mit Größen um die 10000 Bücher. Die Bibliothek von Alexandria mit rund 350000 Büchern überragt sie alle. All dies endet schlagartig kurz vor dem Jahr 400 als Effekt der Völkerwanderungen und der christlichen Bücherzerstörungen, nachdem das Christentum im Jahr 380 im römischen Reich Staatsreligion wurde. Erhalten blieb nur die Bibliothek Konstantinopels in Ostrom.
  • Ab 800, also etwa der Zeit der karolingischen Renaissance, entstehen in größerer Zahl Klosterbibliotheken, die aber alle deutlich weniger als 1000 Bücher aufweisen können. Erst allmählich vergrößern sich deren Bibliotheksbestände und die Büchereien der ersten europäischen Universitäten kommen hinzu. Es dauert aber etwa 1300 Jahre, bis das Niveau von Alexandria wieder erreicht wird. Wer sich jemals gefragt hat, wie dunkel das Mittelalter war, kann es hier in Zahlen erkennen und auf das Loch nach dem Jahr 400 schauen.
  • Mitten in dieser dunklen Zeit findet sich jedoch im Jahr 1000 ein einsamer Punkt ganz oben: Die Bibliothek im maurischen Spanien. Andere Bibliotheken wie etwa die von Toledo sind leider nicht eingetragen worden. Aber bereits der einsame Punkt von Cordoba gibt ein Gefühl dafür, wie groß die kulturelle Bedeutung von Al-Andaluse für Europa war.

Nicht nur Schriften, sondern auch das Papier selbst wurde auf dem Weg über das maurische Spanien nach Europa gebracht. Ursprünglich war es eine chinesische Erfindung, aber bereits um 750 wurde es im arabischen Raum in großen Mengen produziert, z.B. im Umfeld des „Haus der Weisheit“ in Bagdad. Erst im 12. Jahrhundert gelangte das Papier aus dem arabischen Raum in den europäischen und Papier ist, ebenso wie der Buchdruck, ein kultureller Katalysator.

Die Entwicklung der Wissenschaft in Städten wie Toledo revolutionierte das Universitätswesen in Städten wie Paris und Oxford. Der Engländer Daniel von Morley (1140-1210) reiste nach Toledo, um die „weisesten Philosophen der Welt“ zu hören. Der englische Gelehrte Adelard von Bath (1080-1160) schrieb in seinem Reisebericht: „Von den Arabern habe ich eine Sache gelernt: Dinge zu begründen. Ich erkläre nichts durch Gott, sondern beachte die Grenzen menschlichen Wissens.“

Mit der Vertreibung der Mauren aus Spanien fielen zahlreiche ihrer Bibliotheken in die Hände der christlichen Eroberer und kehrten heim in das kollektive Bewusstsein Europas. Bereits zuvor waren westliche Philosophen wie der Schotte Michael Scotus um 1220 an Orte wie Toledo gereist, um dort arabische Schriften ins lateinische zu übersetzen.

Medizin, Mathematik, Bewässerungstechnik, Papier, fantastische Bauten, die Rückkehr antiker Bücher und die Idee der Toleranz sind Hinterlassenschaft dieser Zeit, aber vieles in der Geschichte des maurischen Spanien wird oft idealisiert. Trotz aller Faszination sollte nicht vergessen werden, dass es dennoch eine Religion gab, welche die Anderen zwar tolerierte, aber die Macht für sich reklamierte. Juden aus dem christlichen Europa flohen in der Blütephase von Al-Andaluse zu Arabern, was heute kaum nachzuvollziehen ist. Dies befeuerte das intellektuelle Wachstum, allerdings mussten die Juden an die muslimischen Herren die vom Koran vorgesehene Steuer für Ungläubige, die Dschizya, zahlen und die Aufstiegsmöglichkeiten von ungläubigen Dhimmis waren begrenzt.

Die zwei Gesichter von Al-Andaluse

Wie konnte diese Kultur wieder untergehen, wo sie doch derjenigen im christlichen Europa so überlegen war? Letztlich waren es interne Streitigkeiten und Bürgerkriege kombiniert mit militärischem Druck aus den christlichen Gebieten, welche den Untergang herbeiführten. Der militärische Druck von außen führte dazu, dass Berberstämme aus Nordafrika zur Unterstützung herangezogen wurden, insbesondere die religiös fundamentalistischen Almoraviden: Naheliegenderweise fanden diese die relative Toleranz in Al-Andalus wenig erstrebenswert.

Mit dem Tod des Kalifen Al-Hakam II. beginnt 976 ein Bürgerkrieg. Berber verwüsten Cordobas Umgebung und brannten schließlich die vielleicht schönste Stadt der damaligen Welt nieder. Bibliotheken wurden zerstört, Wissenschaftler und Schriftsteller wurden getötet und das Reich zerbrach in viele Teile, in die sogenannten Taifas, die miteinander um die Macht kämpfen. Im arabischen wird diese Zeit die Fitna genannt, die Zeit der Wirren.

Dennoch überstand ein Teil der Kultur diese Zeit. Viele Gelehrte überlebten und traten eine Odyssee auf der Suche nach einer neuen kulturellen Heimat an. Da die einzelnen islamischen Fürstentümer miteinander nicht nur militärisch konkurrierten, sondern auch kulturell einander übertreffen wollten, fanden die Gelehrten der damaligen Zeit neue Unterkünfte.

Politisch wurde es zwischen Muslimen und Christen aber komplizierter: Die zersplitterten Taifa-Reiche verbündeten sich mit christlichen Königen des Nordens, so dass ein christlich-islamisches Bündnis gegen ein anderes stehen konnten. Auch der von vielen Reconquista-Fans verehrte El Cid (bekannt ist die Verfilmung mit Charlton Heston und Sophia Loren in den Hauptrollen) führte einige Zeit lang eine Söldnertruppe im Auftrag eines maurischen Herrschers gegen christliche Truppen.  Insgesamt beginnt der Einfluss des Islams in diesen Wirren aber bereits abzunehmen. Die Spannungen häuften sich und schließlich legte der Papst fest, dass Kooperationen mit dem Islam eine Verunreinigung der Lehre seien.

Ähnliches geschah innerhalb Andalusiens: Auch dort setzte sich bei den Moslems endgültig die Meinung durch, dass kein Jude oder Christ über einem Moslem stehen dürfte. Schließlich kam es zu Gewaltausbrüchen, die unter anderem in Granada 1066 zu Judenpogromen führten: Ein paar Jahrzehnte später waren es christliche Kreuzfahrer, die ähnliches in Deutschland und Jerusalem taten. Das fanatische Gesicht der Religionen auf beiden Seiten begann die Oberhand zu beginnen.

Im Norden beginnen christliche Truppen mit der Reconquista: Der Rückeroberung des von den Mauren besetzten Landes. 1085 fällt Toledo, die alte Hauptstadt der Westgoten, im Zentrum der iberischen Halbinsel an die Christen zurück. Kulturhistorisch ist dies von besonderer Bedeutung: Die Literatur der Antike war in großen Teilen verloren gegangen. Die Bibliotheken Toledos enthielten jedoch Schriften der antiken Griechen, die auf diese Weise wieder Eingang in die Europäische Kultur fanden.

In Sevilla entschieden die Muslime Truppen zum Kampf gegen die Christen heranzuziehen. Die Konsequenzen waren furchtbar: Die Berbertruppen waren vom luxuriösem Lebensstil der andalusischen Moslems ebenso angewidert wie von deren Umgang mit Christen und Juden. Sie beschlossen eine Reinigung des Islams. Es kam zu massiven Bücherverbrennungen und radikaler Unterdrückung Andersgläubiger. Die religiös-fanatischen Berber-Muslime zerstörten den modernen, wissenschaftsfreundlichen und relativ toleranten Islam Andalusiens.

Christliche Rückeroberung

1207 wird die Reconquista auf Befehl des Papst intensiviert: Ziel ist die völlige Rückeroberung Spaniens. Die Kämpfe sind von ungewöhnlicher Heftigkeit, da für die Kämpfer beider Seiten der Märtyrertod in der Schlacht ein erstrebenswertes Ende war. 1236 wird Cordoba von den Christen zurückerobert: Dies war das entscheidende Symbol für das Ende des Islams auf der iberischen Halbinsel. Die Moschee Cordobas, die selbst auf einer westgotischen christlichen Kirche gebaut wurde, wird in eine christliche Kirche umgewandelt. Ein letztes islamisches Reich hielt sich in Granada noch 200 Jahre: Die geschützte geographische Lage und politisches Geschick hielten die letzte Zuflucht der Moslems im 13. und 14. Jahrhundert am Leben, bis auch Granada 1492 als letzte maurische Stadt vor einem christlichen Heer kapitulierte. Die Zeit der Toleranz war vorbei: Andersgläubige wurden gezwungen, das Land zu verlassen oder zum Katholizismus zu konvertieren.

Europa wird jedoch zwischenzeitlich von einer neuen Heimsuchung getroffen: Ab 1347 zieht die Pest durch Europa, die fast die Hälfte der Menschen tötete. Die schwarze Pest war für christliche Prediger die Schuld der Juden und es kommt zu heftigen Judenverfolgungen. Eine Folge der Pest war auch, dass für den Krieg gegen den Islam die militärischen Resourcen fehlten: Die Reconquista verliert an Dynamik und verschafft dem Emirat von Granada eine Atempause. 1354 wird der Alhambra-Palast eröffnet, eines der großartigsten Gebäude der mittelalterlichen Welt: Es gab nichts dergleichen in Nordeuropa und es blieb das letzte große Werk des Islams auf europäischem Boden. Die Kunst der Baumeister von Granada wurde legendär und sie wurden auch unter christlichen Herrschern gefragte Handwerker in Kastilien.

Im eroberten Spanien waren die Juden zunächst wieder in einer besonderen Rolle: Ihre Kenntnisse verschiedener Sprachen und ihr relativ hoher Bildungsstand machte sie für die neuen christlichen Machthaber wichtig. Ohne die finanzielle Unterstützung christlicher Könige durch jüdische Bänker wäre die Verdrängung der Mauren aus Spanien kaum möglich gewesen. Dies jedoch hielt nur etwa 100 Jahre. Es begann die Verfolgung der Juden: Die Konvertierung zum Islam oder Judentum wurde mit dem Tode bestraft, jüdische Anführer eingekerkert und jüdische Bürger entmachtet.

1492, dem Jahr, in dem Kolumbus Amerika erreichte, war auch das Jahr, in dem die Reconquista durch den Sieg gegen den letzten maurischen Staat in Spanien, das Emirat von Granada, beendet wurde. Isabella und Ferdinand II von Aragon erließen das Alhambra-Edikt, das eine massive Judenverfolgung im heutigen Spanien einleitete. Mit ihr begann die spanische Inquisition unter Führung des Beichtvaters der Königin, dem Dominikanermönch Torkemada, der 1498 starb. Einer seiner Nachfolger war Kardinal Cisneros, der bereits vor seiner Zeit als Großinquisitor im Jahr 1499 in Granada die Bücher maurischer Bibliotheken verbrennen ließ. Dies beschränkte sich nicht auf religiöse Schriften, sondern schloss auch geschichtliche und naturwissenschaftliche Werke ein.

In der Summe erkennt man also ein differenziertes Bild in der Geschichte des muslimischen Spaniens: Neben Perioden kultureller und wissenschaftlicher Blüte, welchen die europäische Geschichte viel verdankt, gab es Phasen tiefen Fundamentalismus. Aber auch in den tolerantesten Phasen von Al-Andaluse findet man keine Zustände, von denen man heute träumen sollte: Ungläubige wurden zwar nicht verfolgt sondern toleriert, waren aber keineswegs gleichgestellt.

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4 Gedanken zu “Al-Andaluse

  1. Die Ausrichtung der ZEIT und ihre Versuche der „Volkserziehung“ sind mittlerweile schon sehr, sehr offensichtlich. Der Islam ist Frieden, alles andere nur Mißverständnisse, bedauerliche Einzelfälle oder Erfindungen der „Rassisten“ , „Rechten“ und „Islamophoben“.

    Das geht schon eine Weile so…
    —–
    November 2010: http://www.zeit.de/2010/45/Kultur-Europa-Islam/komplettansicht

    Die Kommentare zu diesem Geschreibsel sprechen für sich, die wenigsten nahmen diesen Appeasement-Artikel ernst. Und Redaktionsempfehlungen gab es nur für pro-Islam Kommentare.

    Juni 2011: http://www.zeit.de/2011/25/Al-Andalus/komplettansicht

    Wieder wird versucht, die islamische Besetzung Spaniens als „der Islam ist Teil von Europa“ zu verkaufen, wieder sind die Kommentare größtenteils kritisch, wieder zensiert die ZEIT Redaktion fleißig.
    —–
    …mittlerweile aber nervt die fast tägliche „Islam-ist-super-und Deutsche-sind alle-Rassisten“ Berichterstattung der ZEIT gewaltig, so wie z.B. jüngst die sog.Themenwoche „Leben mit Rassismus“. Migrant bedeutet bei der ZEIT ja sowieso zu 99% „Muslim“ – wohl deswegen, weil andere Zuwanderer in D weniger Probleme haben bzw. sich selbst keine Probleme machen…

    Übrigens hat die ZEIT Redaktion vor 1 oder 2 Wochen das Kunststück vollbracht, einen mit einer Redaktionsempfehlung versehenen Leserkommentar zu zensieren. 🙂

    • Jeder hat eine persönliche Meinung davon, wie der Islam zu beurteilen ist. Insgesamt scheint mir die Haltung in Deutschland den Islam zu sehr in die negative Ecke zu stellen. Damit meine ich nicht unbedingt die großen Medien, sondern z.B. die Atmosphäre, der man im Internet begegnet oder die sich in Befragungen niederschlägt. Hier ist z.B. ein Bericht über eine Studie von Emnid:
      http://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/religion_und_politik/aktuelles/2010/12_2010/studie_wahrnehmung_und_akzeptanz_religioeser_vielfalt.pdf

      Auf der anderen Seite wäre es naiv anzunehmen, dass keinerlei Gefahr vom Islam ausgeht. Man muß tendenziösen Statistiken wie denen von z.B. JihadWatch nicht glauben, aber auch neutralere Studien zeigen die Gefahr auf, siehe z.B. hier Seite 16:
      http://www.nctc.gov/witsbanner/docs/2010_report_on_terrorism.pdf

      In Europa ist die terroristische Bedrohung natürlich wesentlich geringer, wie Europol in seinen Studien zeigt:
      https://www.europol.europa.eu/sites/default/files/publications/europoltsat.pdf

      Die Situation in den aktuell muslimisch dominierten Ländern ist natürlich nicht gerade wünschenswert: Dies sind Verhältnisse, wie sie in Europa herrschten, als die katholische Kirche extrem mächtig war oder wie Calvin sie in Genf auslebte. Ein Ausrollen solcher Zustände nach Europa ist unwahrscheinlich, aber einige MENA-Länder könnten kippen.

      Bei der Diskussion der Historie geschehen merkwürdige Dinge: Die Blütezeit arabisch-morgenländischer Kultur ist lange vorbei und von dieser Kultur war nur ein Teil die Religion; der Rest war Kunst, Wissenschaft, Philosophie etc., die zum Teil im Clinch mit der Religion lag. Trotz der zeitlichen Distanz ist die Diskussion emotional: Einige wollen diese Zeit und deren Einflüsse auf unsere heutige Kultur leugnen, andere – wie aktuell die Zeit – übertreiben sie deutlich bis zu historischen Fehlern oder der Gleichsetzung der gesamten Kultur mit Religion.

  2. Pingback: Der Archimedes-Palimpsest | Freier Blick

  3. Pingback: Das Dunkel christlicher Jahrhunderte: Vom Schicksal der Bibliotheken des Mittelmeerraumes und Europas | Christliche Leidkultur

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